Die Spree fließt Queer
Artist Talk und Workshop zur Eröffnung der neuen Ausstellung im Humboldt Lab
15:00-15:45 Uhr
GESPRÄCH: Die Spree fließt Queer. Kunst, Design und unser Verhältnis zum Wasser
In der neuen Ausstellung des Humboldt Lab »On Water« stechen zwei künstlerische Arbeiten hervor, die auf unterschiedliche Weise Artistic Research, Ökologie, Design und Flussrechte miteinander verbinden: Das künstliche Riff der Designerin Rasa Weber, das neue Lebensräume in Flüssen und Meeren ermöglicht; und eine Boje des Gestalters Jakob Kukula, die der Spree eine Stimme verleiht. Beide Arbeiten eint, dass sie den Blick auf das Leben unter und das Leben mit dem Wasser schärfen und zu einem neuen Verhältnis zu (urbanen) Flüssen und Gewässern aufrufen.
Das von Daniel Tyradellis moderierte Gespräch erkundet, wie künstlerische und immersive Praktiken unsichtbare Unterwasserökologien sichtbar machen, politische Diskurse erweitern und strukturellen Wandel anstoßen können. Denn obwohl Großstädte wie Berlin von lebenswichtigen Wasseradern wie der Spree durchzogen sind, kommen urbane Bewohner:innen selten mit dem Leben in ihren Flüssen in Berührung. Kann mithilfe künstlerischer Ansätze und Design ein neues Verhältnis zu Flüssen entwickelt und aus der Umwelt eine Mitwelt geschaffen werden? Lassen sich so Wege zu regenerativen Strukturen entwickeln und Entwurfsprozesse gestalten, die nicht den Menschen, sondern Ökosysteme ins Zentrum stellen? Und können die Queer Ecologies helfen, jenseits klassischer Normen neu zu verhandeln, welches Leben schützenswert ist? Der Dialog lädt das Publikum ein, Wasser und Flüsse sowie deren oftmals übersehene Bewohner:innen als aktive Mitgestalter:innen unserer Gesellschaft zu begreifen.
Rasa Weber ist eine experimentelle Designerin, Akademikerin und Taucherin, die sich mit praxisorientierter Forschung an der Schnittstelle zwischen kritischer Ökologie und anthropogenen Umweltveränderungen beschäftigt. Ihre Arbeit verbindet Design, Biologie und Anthropologie. Der Ozean steht im Mittelpunkt ihrer Designforschung, insbesondere im Zusammenhang mit queeren ökologischen Konzepten. Sie ist Lehrende und Forscherin an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und promoviert praxisbasiert zum Thema »SymbiOcean«, wobei sie künstliche Riffe und die Schaffung von Meereslebensräumen als eine Form des Sympoietischen Designs untersucht. Sie ist Teil des Projekts »Interfacing the Ocean« (ZHdK) finanziert durch den Schweizerischen Nationalfonds und assoziierte Forscherin am Exzellenzcluster »Matters of Activity« der Humboldt-Universität zu Berlin.
Jakob Kukula ist Künstler und Designer aus Berlin. In seiner Arbeit verbindet er Kunst, Ökologie und Technologie, um neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Gewässern zu erforschen. Er ist Gründer der Initiative SpreeBerlin und Mitbegründer des Symbiotic Lab, Mit Projekten wie RiverSync und VedenVire entwickelt er partizipative Formate, digitale Werkzeuge und spekulative Narrative, die Flüsse als handelnde Akteur*innen sichtbar machen und neue Formen ökologischer Verbundenheit erforschen.
15:45-16:30 Uhr
WORKSHOP: SPREEUQ. Ein künstliches Riff für die Spree
Wie entsteht eigentlich ein künstliches Riff? Diese Frage stellt sich die Designerin Rasa Weber zusammen mit den Besucher:innen der »On Water« Ausstellung im Humboldt Forum Berlin im Rahmen des partizipativen Workshops »SPREEUQ. Ein künstliches Riff für die Spree.« Zusammen wird auf Grundlage traditioneller Handwerkstechniken, die normalerweise im Fischereihandwerk Verwendung finden, an der Fertigstellung der Skulptur gearbeitet, deren Zwilling bereits seit Mai 2025 auf 2.5 Metern Tiefe in der Spree ein neues Habitat für die oftmals übersehenen, vielfältigen Lebensformen der Spree bietet. Mehr auf rasaweber.com
Registrierung
Eine vorherige Anmeldung für den Artist Talk ist nicht erforderlich. Für den Workshop wird die Anmeldung in Kürze über diese Seite möglich sein.
Humboldt Lab
at Humboldt Forum
Schloßplatz
10178 Berlin